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PHENOMENOLOGY AND SOCIETY

STATE AND CHURCH: THE LOGIC AND STRUCTURE OF RELATIONS

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INTERNATIONALE KONFERENZ

Identität - Annäherungen an eine Ontologie des Sozialen


Die zweite internationale Konferenz aus der Reihe Annäherungen an eine Ontologie des Sozialen – Phänomenologische Zugänge unter dem Namen Identität - Annäherungen an eine Ontologie des Sozialen – Phänomenologische Zugänge beschäftigt sich mit der begrifflichen und phänomenologisch-methodischen Vorverständigung über den Stellenwert dieser Themen in der Ideengeschichte, der gegenwärtigen Diskurse und in der phänomenologischen Betrachtung dieser Themen. Daran anknüpfend werden in zwei Schritten die Medialisierung des Sozialen unter dem jeweiligen Thema und die politischen Dimensionen des Themas behandelt. Umfasst ‚Medialisierung‘ kommunikative Formen, in denen sich die drei Themenfelder zeigen und ausdifferenzieren – sozusagen die Weisen, in denen sich das Welt-, Selbst- und intersubjektive Verhältnis gestalten –, so ist mit dem politischen Aspekt eine eigene Kategorie bezeichnet, die gerade in ihren Differenzen und Spannungen zu dem zweiten Bereich gekennzeichnet ist: so z.B. in der Kolonialisierung von dessen Phänomenen durch Machtaspekte.

 

INTERNATIONAL CONFERENCE
Identity – Approaching the Ontology of the Social


The second international conference in the series Approaching the Ontology of the Social – Phenomenological Approaches (Annäherungen an eine Ontologie des Sozialen – Phänomenologische Zugänge), with the title Identity – Approaching the Ontology of the Social, will address, in its introductory part, the question of the conceptual and phenomenological-methodological preliminary agreement on the place of this theme within the history of ideas, the contemporary discourse and the phenomenological perspective on this topic. Starting from that point, the conference will reflect on the mediatization of the social regarding the phenomenon of identity as well as the political dimension of this theme. If we assume that the ‘mediatization’ encompasses communicative forms within which three distinct thematic fields appear and differentiate themselves – virtually ways in which our relations to the world, self-relations and intersubjective ones take shape – then the political aspect denotes a special category characterized precisely by the differentiation and tension with respect to the question of identity: for example, in the colonization of the phenomenon of identity through aspects of power.

Plakat der Konferenz (.pdf)

Programm der Konferenz (.pdf)


 

DREI VORTRÄGE

 

Pascal Delhom

Transitional Justice
Mittwoch, 19. November
15.30-17.30

Institut für Philosophie und Gesellschaftstheorie Belgrad (IFDT Belgrad), Vortragsraum im ersten Stock
(Die Vorlesung wird konsekutiv in die serbische Sprache übersetzt.)

Die Aufgabe der transitional justice besteht, in Zeiten des Umbruchs nach der Beendigung von Unrechtszuständen in einem Staat (Diktatur, Apartheidregime, Bürgerkrieg, …), in einer Verarbeitung des vergangenen, individuellen und kollektiven Unrechts, welche die Etablierung einer neuen, gerechteren Ordnung ermöglicht. Diese Aufgabe ist deswegen besonders schwierig, weil sie zwei Anforderungen gerecht werden muss, die nur schwer zu vereinbaren sind: Sie muss einerseits das vergangene Unrecht verarbeiten, das sonst wie ein kollektiv Verdrängtes fortbesteht und sich in der neuen Ordnung weiterhin negativ auswirkt. Sie muss andererseits die Funktionsfähigkeit der sozialen Systemen und der politischen Institutionen der neuen Ordnung sichern, was nicht ohne eine gewisse Kontinuität in Bezug auf Personen und Institutionen gewährleistet werden kann. Diese Aufgabe kann weder durch eine Generalamnestie gelöst werden – auch wenn dies oft versucht worden ist –, noch durch die systematische Bestrafung der Täter des vergangenen Unrechts, was die Entstehung einer neuen Ordnung paralysieren würde und darüber hinaus der Tatsache nicht Rechnung tragen würde, dass viele individuelle und kollektive Taten durch das bestehende System erlaubt oder begünstigt wurden.

In meinem Beitrag möchte ich vorschlagen, die transitional justice im Sinne eines Gesellschaftsvertrages zu verstehen, allerdings nicht als Bedingung des Verlassens eines mehr oder weniger fiktionalen Naturzustandes, sondern als Bedingung des Verlassens eines Unrechtsystems.

Der Vertrag ist nach Aristoteles eine Form der freiwilligen ausgleichenden Gerechtigkeit. Er unterscheidet sich von der Strafe als unfreiwilliger Ausgleich einer unfreiwillig erlittenen Handlung dadurch, dass er sich erstens nicht auf die Täter und ihre Taten konzentriert, sondern alle Betroffenen einbezieht, dass er zweitens nicht nur das Vergangene verarbeitet, sondern auf der Basis dieser Verarbeitung eine neue Ordnung gestaltet. Interessanter Weise versuchen moderne Theorien der Gerechtigkeit, soziale Gerechtigkeit, das heißt Verteilungsgerechtigkeit, auf der Basis des Vertrags, das heißt der ausgleichenden Gerechtigkeit zu denken (Rawls). Dieser Vertrag kann allerdings im Rahmen der transitional justice nicht in der Form des Gedankenexperiments eines Schleiers des Unwissens gedacht werden.

Ein Prozess der transitional justice als Gesellschaftsvertrag müsste verschiedene Elemente beinhalten, die im Vortrag entwickelt werden:
- Die Bestimmung des Vergangenen als Unrecht, sowohl aus der Perspektive der Tat wie auch des erlittenen Unrechts, sowohl in Bezug auf individuelle Erlebnisse wie auch auf strukturelles Unrecht. Hierbei ist es unentbehrlich, dass das erlittene Unrecht zur Sprache gebracht werden kann, was eine besondere Herausforderung darstellt (Lyotard).
- Die Verurteilung des Unrechts als Bestandteil des Vertrags und als Grundlage sowohl eines möglichen Ausgleichs (im Sinne von Strafe oder von Wiedergutmachung) wie auch einer gesellschaftlichen, politischen und auch Rechtsordnung, die sich in der Abkehr von der alten Ordnung konstituiert ("nie wieder das").
- Die Verbindlichkeit des Vertrags als Grundlage einer gesellschaftlichen Ordnung, in der per Definition alle beteiligt sind.

 

Christina Schües

Der Sinn von Ungerechtigkeit - Über die Notwendigkeit einer epistemologischen und ethischen Untersuchung

Mittwoch, 19. November
17.45-19.45

Institut für Philosophie und Gesellschaftstheorie Belgrad (IFDT Belgrad), Vortragsraum im ersten Stock
(Die Vorlesung wird konsekutiv in die serbische Sprache übersetzt.)

 

Fragen über Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit beschäftigen die Menschen, seitdem sie über ihr gemeinsames und individuelles Leben nachdenken. Diskussionen über diese Fragen waren in der Antike nicht weniger kontrovers als heute. Viele der platonischen Dialoge kreisen um die Frage, „wie man leben solle“, und zwar insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Ungerechtigkeit „eine große Kraft“ auf die Seele des Handelnden besitze. Dieses Verständnis hat die Gegenwartsdiskurse über Gerechtigkeit, aber auch die Strafjustiz, maßgeblich beeinflusst: Beurteilt wird die Handlung in Bezug auf den Täter. Widerspruch gegen diese Täterzentriertheit kommt von der Rechtsphilosophin Judith Shklar. Sie fordertSensibilität für die Erfahrungen von Ungerechtigkeit derjenigen, denen sie widerfährt.Ihre Differenzierung zwischen Ungerechtigkeit und Unglück dient der Schärfung des Sinnes für Ungerechtigkeit und der Klärung, wie auf eine Verletzung eines Menschen reagiert werden kann.

Doch eine Klärung des Sinns von Ungerechtigkeit hängt auch von einer epistemologischen Perspektive ab: Miranda Fricker diskutiert Ungerechtigkeit als epistemic injustice.Ihre These ist,  dass einer Person, besonders in Bezug auf ihre Erkenntnisfähigkeit, Unrecht getan werden kann, indem etwa ihre Ungerechtigkeitsserfahrung schlicht als inexistent bewertet wird; ihr also die Erkenntnisfähigkeit gleichermaßen abgesprochen wird.Fehlt der Erfahrungsbezug und das Wissen um die vielfältigen Formen der Ungerechtigkeit, die besonders in Herrschafts- und Unterdrückungsverhältnissen zu finden sind, dann werden die Verletzungen und Erfahrungen, wie Iris Marion Young argumentiert, vieler sozialer Gruppen schlicht missachtet. Im Vortrag soll gezeigt werden, dass Ungerechtigkeit einer ethischen und epistemologischen Untersuchung bedarf, um sie zur Sprache zu bringen.

 

Burkhard Liebsch


Der Zeuge und das Politische

Donnerstag, 20. November
12.00-14.00

Institut für Philosophie und Gesellschaftstheorie Belgrad (IFDT Belgrad), Vortragsraum im ersten Stock
(Die Vorlesung wird konsekutiv in die serbische Sprache übersetzt.)

 

Zeugnis ablegen kann nach heutigem Verständnis nur jemand für etwas vor anderen oder für jemand anderen. Es handelt sich also um ein den Zeugen, Akte der Bezeugung und das Bezeugte als solches engstens miteinander verbindendes soziales Geschehen. Im Vortragwird die Zeugenschaft des Zeugen selbst, die Performanz der Bezeugung und das Bezeugte als solches genauer ins Auge gefasst − und zwar gerade insofern sich die Zeugenschaft des Zeugen nichtin einer Zeugenaussage erschöpft. Darüber hinaus wird die Frage nach dem Zusammenhang von Zeugenschaft und politischer Welt aufgeworfen. Und zwar erstens im Ausgang vom erkenntnistheoretischen Zuschnitt moderner Philosophie (spez. mit Blick auf Descartes und Wittgenstein). Zweitens wird ein sozialphilosophischer Weltbegriff ins Spiel gebracht, demzufolge wir nicht einfach „auf“ der Welt sind oder „in“ ihr leben (und auf dieser Grundlage etwas von ihr wissen), sondern so leben, dass dabei die Lebbarkeit unseres Lebens in einer mit Anderen geteilten Welt mit auf dem Spiel steht. Daraus ergibt sich drittens die These: letzteres wird bezeugt − und zwar im Verhältnis zu Anderen, als deren Zeuge wir von Anfang an eingesetzt sind. Viertens: Das im Modus der Glaubwürdigkeit bezeugte Verhältnis zum Anderen muss erschüttert werden, um eine kritische Perspektive zu eröffnen, in der wir (fünftens) das Zeugnis in seiner historischen Dimension heute beurteilen.


 

TWO SEMINARS AND A LECTURE

Institute for Philosophy and Social Theory in association with Regional office of Heinrich-Böll Foundation and Cultural Centre of Belgrade organize 

 

Seminar

 Elisabeth Beck-Gernsheim

INDIVIDUALIZATION, COSMOPOLITIZATION, AND THE CHANGING FAMILY LIFE

Thursday, November 13, 10–12h
Cultural Centre of Belgrade, Gallery Artget


Individualization and cosmopolitization are recent trends that bring about fundamental transformations of modern society. Today, the norms and beliefs in respect of what is right and proper in regard to personal lives multiply and compete with one another, new family models challenging older ones and opening up numerous questions regarding which model should be given priority. The effect is that the issue of rights and obligations turns into an arena of controversies, an issue of contested rights and obligations.


Seminar

Ulrich Beck

 

HOW THE EUROPEAN PROJECT CAN BE SAVED: THE COSMOPOLITAN OUTLOOK



Thursday, November 13, 15–17h
Cultural Centre of Belgrade, Gallery Artget

Europe is not a fixed condition, not a territorial unit, not a state, not a nation. In fact, there is no 'Europe', there is Europeanization, a process of on-going transformation, or metamorphosis: dissolving an old order and creating a new one – in a very specific sense: Europeanization is about politics of side-effects. The EU was founded not on the logic of war, as were states. It is a new kind of polity constructed in reaction to the risk of war and now, in reaction to the risk of economic collapse.

Lecture

Ulrich Beck

HOW THE EUROPEAN PROJECT CAN BE SAVED: THE COSMOPOLITAN OUTLOOK

Thursday, November 13, 19h

Ilija M. Kolarac Endowment

Opening remarks:
Petar Bojanić (IFDT, Belgrade University)
Andreas Poltermann (Heinrich-Böll Foundation)

 


 

INTERNATIONAL CONFERENCE

Engaging Foucault


Belgrade, December 5-7, 2014

Location: Ilija M. Kolarac Foundation, Studentski trg 5, Belgrade


The Group for Social Engagement Studies of the Institute for Philosophy and Social Theory organizes an international conference on Michel Foucault on the occasion of the 30th anniversary of his death. The conference will have 26 sessions and a round table, with over 150 participants from all over the world: from Europe, Australia, Africa, North America and South America. “Engaging Foucault” will gather theorists who have engaged with Foucault’s work, either endorsing or disputing the main premises of his work. As a result, the sessions will embrace such different topics as feminism, biopolitics and thanatopolitics, the critique of neoliberalism, the theory of sovereignity, disciplinary institutions, new media, techniques of the self or archeology.

As a community of philosophers, sociologists, anthropologists, political scientists and historians, the Group for Social Engagement Studiesorganizes this conference as a collective investigation into the possibilities for (re-)articulating public engagement today: how to change political, economic, social and institutional regimes of production of truths? Thus, “Engaging Foucault” should critically reflect on the meaning of ’engagement’ – what is public engagement, who can be called ’engaged’ and in what sense, what are the effects of engaged thought and action – in the spirit of Foucault’s cues.

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International Conference

RELIGION AND REALISM

CALL FOR PAPERS

Date of the conference: November 28, 2014
Deadline for paper proposals: September 1, 2014

English will be the working language of the conference.
Paper proposals (abstracts) should contain no more than 250 words.
Abstracts, together with a short CV (not to exceed 1800 characters), should be sent no later than September 1, 2014 to: religionrealism@gmail.com

There will be no conference fee for speakers.
All presented papers will be published in the conference proceedings.

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Otfried Höffe

On the Guarantee of Perpetual Peace: Reflections on Kant

Mediator and Translator:

Časlav Koprivica

Wednesday, May 28, 2014

Institute for Philosophy and Social Theory

 



   

Philosophy and Society

1/2014

LIBERALISM WITHOUT PERFECTION. AN ENGAGEMENT WITH THE WORK OF JONATHAN QUONG

THE CONTEMPORARY SIGNIFICANCE OF WITTGENSTEIN‘S LATER PHILOSOPHY

STUDIES AND ARTICLES

IN MEMORIAM – LJUBOMIR TADIĆ (1925–2013)

REVIEWS

FROM THE ACTIVITIES OF THE INSTITUTE


  

Gil Anidjar

Race, Nation, Religion

Thursday, April 24, 2014

Institute for Philosophy and Social Theory

 

 

Advancing at distinct velocities, and seemingly belonging to different temporalities, the three collective forms “Race, Nation, Religion” are rarely considered as one and the same phenomena. Whether a perversion of one another (race and nation), an anachronism in relation to each other (first religion, then race), or joined to each other by unholy alliances (nation and religion), they appear to defeat any attempt at a “grand unified theory.” This talk will reflect on some of the mechanisms (historicism, secularism, and more) that have ensured the strange division of labor that persists to this day among the three categories in spite of their indissociable co-incidence. Constructions of the other or practices of self-fashioning, there is a not so covert unity to “Race, Nation, Religion.” Freud’s Moses and Monotheism will provide a guiding hand in our inquiry. 


   

Democracy, Identity, European Integration

8-9th March 2013 


Ontology and Politics of Institutions

6-7th November 2012 


Trust and transparency - Towards the new Europe

5- 6th October 2012  


The State and State-Building: Theory and Practice in Retrospect

5-6 May 2011